Bereits auf seinem Debütalbum »Liminal Space« (2003, Hymen) hatte Ryan Friedrich als Xanopticon der Chaostheorie die Hand gereicht und seine Breakcore-Wirbel in alle Windesrichtungen verstreut, ohne die Übersicht zu verlieren. Auf seiner neuen Viertrack-EP »Psicicite« hat sich diesbezüglich nichts verändert. Was in diesem Fall auch gar nicht weiter schlimm ist, denn die undurchsichtigen Strukturen, ungebändigten Rhythmusdrills und -wechsel sind weder vorhersehbar noch nachvollziehbar. Die Ruhe innerhalb des Sturmes finden man erneut in tiefen hintergründigen Drones, die die auseinandergedrifteten Einzelelemente in ihrer Stetigkeit zusammenkitten. Denn jedes wilde Tier braucht nach seinem Kampf Raum zum Atmen, wie Ryan Friedrich es im Interview (goon # 9) formulierte. Musik für das nächste Großgewitter.
:: Xanopticon: Psicicite (Juni 2006 auf Hymen/Antzen erschienen)
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